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Ein- und Aussichten rund um die Frage "Wie gewinne ich Geschäftsfreunde?" 

Kategorie: Beziehung & Management
02.07.2015  

Netzwerk aufbauen: Warum Förster erfolgreicher sind als Jäger

Nur wer seine Kontakte richtig pflegt, kann ein Netzwerk aufbauen. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, welche Vorteile Menschen  haben, die wie Förster statt Jäger handeln. Welcher Typ sind Sie?

 

Ich wollte als Kind stets Forstmeister wie mein Großvater werden. Ich fand es großartig, mit ihm durch den Wald zu gehen und seinen Erklärungen und Geschichten zuzuhören. Wenn ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sah, behielt er immer den Überblick. Selbst sein Gewehr, das alle Förster bei sich führen (und das mich als kleinen Jungen natürlich mächtig beeindruckte), benutzte er nur zur Hege des Wildbestands.

Denn die eigentliche Aufgabe des Försters ist nicht die Jagd. In seiner Verantwortung liegt die Pflege des Waldes, des ihm anvertrauten Forsts als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er hat, wenn man so will, eine Mission, die sehr langfristig angelegt ist und an der sich sein gesamtes Handeln orientiert.

Eine ebenfalls nachhaltig angelegte Pflege der persönlichen und vor allem beruflichen Beziehungen scheint mir die einzig dauerhaft funktionierende Methode, ein Netzwerk aufzubauen, zu erweitern und zu erhalten. Meine Beziehung zu anderen Menschen, mein Netzwerk also, ist mein entscheidendes Werkzeug, um Informationen zu erhalten, zu überprüfen oder auch weiterzugeben. 

Jede einzelne Person meines Netzwerks ist Informationsträger – als solcher gleichermaßen Individuum (Baum) wie Teil des Netzwerks (Wald). Und jede einzelne Person pflegt eine je eigene Art der Informationsweitergabe, abhängig von ihrem Wissensstand, Charakter und Zielsetzungen. Um diese “persönliche Note” für den Umgang mit den erhaltenen Informationen überhaupt einkalkulieren zu können, ist es so wichtig, über die Mitglieder des Netzwerks möglichst viel zu wissen, sie gut einschätzen zu können. 

 

Der Jäger: Netzwerken für den kurzfristigen Profit


Im Unterschied zu Förstern haben Jäger zu ihren Objekten ein deutlich instrumentelleres Verhältnis. Sie haben es auf die Trophäe abgesehen, den Abschuss. Sie haben ein Ziel und gehen direkt darauf zu, nach dem Motto: Wenn du einen Hirsch erlegen willst, schieß ihn ab. Das ist grundsätzlich weder verkehrt noch verboten – wobei für die Jagd auf Tiere ein ziemlich kompliziertes Jagdrecht gilt. 

Dem Jäger geht es nicht um die Nachhaltigkeit seines Tuns, immer und überall steht sein kurzfristig wirkendes Interesse im Vordergrund. Wenn eine Insel in der Südsee, der Karibik oder dem Indischen Ozean erstmals von Menschen besiedelt wurde, dauerte es in der Regel nur wenige Jahrzehnte, bis die jeweils größten dort heimischen Landsäugetiere oder Vögel ausgerottet waren. Natürlich wäre es für die neu hinzugekommenen Inselbewohner besser gewesen, ihren Lebensraum mit diesen Tieren zu teilen, sie vielleicht sogar zu domestizieren, um eine dauerhafte Proteinquelle für ihren Speiseplan zu haben. Aber sie waren eben auf ihren kurzfristigen Profit orientierte Jäger.

Übertragen auf das Beziehungsnetzwerk steht der Jäger für denjenigen, der etwas verkaufen möchte. Und nur das. Dementsprechend nimmt diese Person auch gerne eine einseitige Bewertung der Information vor, die ihn erreicht: Wer einen Hammer in der Hand hält, dem ist die ganze Welt voller Nägel, und wer nur etwas verkaufen will, dem ist jeder Mensch, den er trifft, nur ein potenzieller Kunde. 

 

Der Sammler: Wer hat die meisten Kontakte im Netzwerk?


Vielleicht nicht ganz so unangenehm und schwierig wie die Jäger unter den Netzwerkern sind die, die ich als Sammler bezeichnen möchte. Leute also, die Kontakte nur sammeln, sich für die Menschen und deren Informationen jedoch nicht zu interessieren scheinen. Insbesondere im Internet tummeln sich viele Menschen, die durch ihre Sammelwut die Zahl ihrer Kontakte in den digitalen Netzwerken hochtreiben und darüber ihren sichtbaren Status verbessern wollen. Meist lautet die Anfrage ganz lapidar: “Ich würde Sie gerne zu meinen Kontakten hinzufügen.” Auf die Frage “Warum?” gibt es allerdings nur selten eine Antwort.

Um diese drei Typen in einem Bild zu fassen: Der Sammler schaut dem Gras beim Wachsen zu. Der Jäger reißt es heraus. Der Förster düngt und pflegt es. Der Förster ist der einzige, der weiß: Ein Baum wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Daher reißt er nicht jeden Baum heraus, sobald er ein wenig Geld für Holz einbringt. Er wird viele Bäume so lange wachsen lassen, bis sie richtig Geld bringen. Förster hinterlassen also ein angenehmes Gefühl, Jäger auf der Gegenseite ein eher unangenehmes, Sammler eher gar keins.

Sammler sind die stillen Geister im Netzwerk: Nicht sonderlich kommunikativ, und nicht sonderlich erfolgreich. Es gibt keinen unmittelbaren Grund, sie aus dem Netzwerk herauszulösen, allerdings einen guten Grund, sie unter Beobachtung zu halten. Denn des Öfteren geschieht es, dass aus dem Sammler ein Jäger wird und er seinen Fang (Visitenkarten) mit der Schrotflinte (Werbemails) beschießt.

 

Erfolgreich Netzwerken: Die Mischung macht’s!


Wollen Sie zu einem schonenden und doch nutzbringenden, also nachhaltigen Umgang mit dem eigenen Netzwerk kommen, sollten Sie den Jagdinstinkt besser an der Garderobe abgeben und stattdessen die Förster-Uniform anziehen. Jeder Förster weiß: Ein schöner und stabiler Wald ist immer ein Mischwald. Und so sollten Sie es auch mit Ihren Beziehungen halten und Ihr Netzwerk aus einer bunte Mischung aus Partnern, Kunden, Lieferanten und Multiplikatoren aufbauen. Jede dieser vier Gruppen hat für Sie eine ausgesprochen wichtige Funktion im bilateralen Verhältnis, spielt aber auch eine wichtige Rolle für den Erfolg Ihres Netzwerks als ganzes.

 

 


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